Filmtipp: „Rot“

Rot (engl. Turning Red, 2022) ist ein Pixar Animationsfilm mit Frauen an der Spitze von Regie, Drehbuch, Story und Produktion. Er wirft einen Blick auf Generationenkonflikte, den Druck auf ein junges Mädchen in einer chinesisch-kanadischen Familie, Frauen- und Mädchenbande, und nicht zuletzt das wilde Tier Pubertät.

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Meilin Lee ist ein Musterkind. In der Schule ist sie fleißig, nach dem Unterricht hilft sie im elterlichen Tempel in Vancouver bei der Arbeit. Sie ist der Stolz ihrer Mutter Ming und möchte alles tun, damit es so bleibt. Leicht macht es ihr die Mutter aber nicht: Viel Druck lastet auf dem Mädchen; Schwärmereien werden nicht geduldet und müssen versteckt werden. Gleichzeitig meldet sich in Meilin das Pubertier – in diesem Fall sogar im wahrsten Sinne des Wortes. Denn sobald sie an der Schwelle von Kindheit zu Jugend stehen, verwandeln sich die Frauen in Meilins Familie bei starken Emotionen in rote Pandas.

Als der Panda in ihr selbst ausbricht, wollen ihre Eltern Meilin erst einmal einen Monat von der Umwelt abschotten, bis bei rotem Mond ein Ritual vollzogen werden kann, das diese Seite ihrer Tochter für immer verbannen wird. Aber das Mädchen schafft es, ihre Eltern zu überzeugen, dass sie das Tier in sich kontrollieren kann. Es gelingt ihr sogar, diese Besonderheit abseits des Elternhauses ganz gezielt einzusetzen. So nutzt sie den Monat, um mit ihren Freundinnen als Panda Geld für Karten zu einem Konzert ihrer heiß geliebten Boyband zu sammeln – auf das sie eigentlich nicht gehen darf.

So unterschiedlich Meilin und ihre Freundinnen sind, unterstützen und akzeptieren sie einander vorbehaltlos. Meilin darf sein, wie sie ist – ihre Freundinnen stehen hinter ihr und stellen so einen Gegenpol zur Familie dar, wo Akzeptanz immer an Bedingungen geknüpft ist. Doch Meilin ist als Panda frecher, mutiger, abenteuerlustiger. Sie lernt, zu dem zu stehen, was sie will – auch wenn das nicht dem entspricht, was ihre Mutter möchte.

Es wird klar, wie sehr auch Mutter Ming am Wunsch, für die Großmutter perfekt zu sein, gelitten hat. Ihr eigener Panda war (vielleicht aufgrund all ihrer unterdrückten Gefühle?) besonders groß und aggressiv. Meilin mag ihren Panda, auch wenn er manchmal unbequem ist. Im Gegensatz zu ihrer Mutter und ihren älteren weiblichen Verwandten entscheidet sie sich, ihn nicht zu verbannen – sie kann mit ihren großen Gefühlen leben und ihre Umwelt muss das eben auch lernen.

„Deal with it!“, sagt Meilin zu ihrer Mutter. Am Ende macht sie ihre Tempelführungen eben als Panda – zur Begeisterung der Besucher:innen – und geht so ihren ganz eigenen Weg. Eine herzerwärmende und kinderfreundliche Geschichte, die ein Statement setzt: Mädchen und Frauen dürfen so leben, wie es sie glücklich macht, und zwar unabhängig von den Vorstellungen von Familie, Schule, Freund:innen oder Gesellschaft – selbst dann, wenn sie als Panda leben möchten.

– Natascha Heinisch

Foto: 2022 Disney/Pixar

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