Equal pay 4.0

Gerechte Bezahlung in der digitalen Arbeitswelt

Der aktuelle Gender Pay Gap in Deutschland

Frauen verdienen in Deutschland im Schnitt 18 Prozent weniger als Männer, das hat das Statistische Bundesamt für das Jahr 2020 berechnet. Als Gender Pay Gap oder geschlechtsspezifische Lohnlücke wird die prozentuale Differenz zwischen durchschnittlichen Bruttostundenlohn der Männer und dem durchschnittlichen Bruttostundenlohn der Frauen im Verhältnis zum durchschnittlichen Bruttostundenlohn der Männer bezeichnet. Frauen verdienten im Jahr 2020 mit durchschnittlich 18,62 Euro brutto in der Stunde 4,16 Euro weniger als Männer (22,78 Euro).

Rechnet man den Wert von 18 Prozent in Tage um, arbeiten Frauen vom 1. Januar an 66 Tage umsonst. Der nächste Equal Pay Day findet deshalb am 7. März 2022 statt.

In den vergangenen Jahren hat sich der Gender Pay Gap nur sehr langsam verringert. Damit bleiben wir Schlusslicht im europäischen Vergleich. Ein Teil dieser Lohnlücke lässt sich auf sogenannte strukturelle Unterschiede zurückführen. Viele Frauen erlernen Berufe, die schlechter bezahlt sind, arbeiten seltener in Führungspositionen und häufiger in Teilzeit oder in Minijobs.

„Doch selbst wenn man diese Faktoren herausrechnet und sich gleichqualifizierte Frauen und Männer anschaut, die in der gleichen Branche und gleichen Position gleich viel arbeiten, dann ergibt sich in Deutschland immer noch eine nicht zu erklärende Lohnlücke von sechs Prozent.“

AUSKUNFTSANSPRUCH FÜR BESCHÄFTIGTE

Mit dem individuellen Auskunftsanspruch haben Beschäftigte in Betrieben und Dienststellen mit in der Regel mehr als 200 Beschäftigten das Recht zu erfahren, nach welchen Kriterien und Verfahren sie bezahlt werden. Die Kriterien und Verfahren der Entgeltfindung können sie auch für eine als gleich oder gleichwertig benannte Tätigkeit (Vergleichstätigkeit) erfragen. Zudem können Beschäftigte die Höhe des für die Vergleichstätigkeit gezahlten durchschnittlichen Entgelts (als statistischen Median) erfahren, wenn die Tätigkeit von mindestens sechs Personen des jeweils anderen Geschlechts ausgeübt wird.

Mit seinem Grundsatzurteil vom 21.01.2021 stellte das Bundesarbeitsgericht in Erfurt klar, dass ein Verdienst einer Frau unter dem Median der Männer als Indiz für eine Entgeltbenachteiligung wegen des Geschlechts gilt. Sieht der Arbeitgeber das anders, liegt es an ihm, dafür Beweise vorzulegen.

Unser Leitfaden für Beschäftigte erklärt, wie es geht und worauf man achten sollte. Sie wollen mehr Transparenz? Dann teilen Sie unseren Leitfaden mit Ihren Kolleginnen und Kollegen – ob als Poster am Schwarzen Brett, als Infolink im Intranet oder als Social Media-Post auf Ihrer Firmenseite.
#StelldieFrage
> Leitfaden für Beschäftigte  

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat Informationsmaterialien für Beschäftigte veröffentlicht und bietet Musterformulare zum Download an.
> Informationen für Beschäftigte
> Musterformulare für den Auskunftsanspruch

Entgelttransparenzportale
Wie erfahre ich, was meine eigene Arbeit wert ist?

Wie erfahre ich, was meine eigene Arbeit wert ist?
Eine Möglichkeit sich über berufs-, branchen- oder unternehmensübliche Gehälter zu informieren, bieten folgende kostenfreie Internetportale. 

Entgeltatlas
Der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit hilft Verdienstmöglichkeiten in einem bestimmten Beruf zu prüfen und das Gehalt realistisch einzuschätzen. Datengrundlage sind die realen Verdienste aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland.

Lohnspiegel
Im Lohnspiegel werden vom Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut der Hans-Böckler-Stiftung Daten über Einkommen und Arbeitsbedingungen der Arbeitnehmer über eine kontinuierliche Online-Befragung erhoben. Über die Lohnspiegel-Datenbank kann man sich kostenlos über die Verdienstmöglichkeiten von 500 Berufen differenziert nach Regionen, persönlichen und betriebsspezifischen Merkmalen informieren.

Gehaltsrechner
Mit dem interaktiven Portal des Statistisches Bundesamtes können Bruttomonatsverdienste auf der Basis eines eingegebenen Profils geschätzt werden. Grundlage sind die amtlichen Daten aus der Verdienststrukturerhebung, an der ca. 60. 000 zufällig ausgewählte Betriebe teilnehmen. Die Angaben zu den einzelnen Angestellten (wie z. B. der Verdienst) kommen aus der Lohnabrechnung der Betriebe, was eine hohe Datenqualität gewährleistet.

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Uta Zech erklärt in vier Minuten equal pay

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Materialien für den Equal Pay Day

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