Tools für Entgelttransparenz – Compass-W und Zert:Equal

markus winkler

Für mehr Lohntransparenz entwickeln das BMBFSFJ und INES Analytics GmbH die Webanwendungen Compass-W und Zert:Equal. Hier wird erklärt, wie sie funktionieren und Arbeitgeber:innen unkompliziert dabei unterstützen können, equal pay durchzusetzen.

Foto: Markus Winkel / unsplash

COMPASS-W

Gemeinsam entwickeln das BMFSFJ und INES Analytics GmbH bis Ende 2026, gefördert von der Europäischen Union, die Webanwendung Compass-W[1]. Diese Webanwendung ermöglicht es Unternehmen, gleiche und gleichwertige Arbeit für ihre Arbeitsplätze zu ermitteln. Damit sollen insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bei der diskriminierungsfreien Bewertung von Tätigkeiten unterstützt werden. Eine solche Bewertung ist die Grundlage für die Umsetzung des Entgeltgleichheitsgrundsatzes. Die niedrigschwellige und kostenlose Anwendung leistet damit einen Beitrag zum Abbau geschlechtsspezifischer Entgeltunterschiede in bestehenden Entgeltstrukturen.

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COMPASS-W basiert auf der Weiterentwicklung bekannter Instrumente zur diskriminierungsfreien Arbeitsbewertung, u.a. dem Paarvergleich im Entgeltgleichheits-Check und dem Comparable Worth Index (CWI)[2]. Dazu wird eine repräsentative Beschäftigtenbefragung durchgeführt und eine wissenschaftlich fundierte Arbeitsbewertung umgesetzt. Basierend darauf wird ein neuer Index für gleichwertige Arbeit (IngA) entwickelt, der in die Webanwendung integriert wird. Jeder Tätigkeit kann so ein wissenschaftlich fundierter Wert zugewiesen werden. IngA orientiert sich eng an der Entgelttransparenzrichtlinie (EU) 2023/970, die die Berücksichtigung von vier Kriterien (Kompetenzen, Belastungen, Verantwortung und Arbeitsbedingungen) bei der Bewertung von Tätigkeiten vorgibt.

COMPASS-W setzt auf einfache und niedrigschwellige Bedienung, höchste Datensicherheit, leichte Verständlichkeit und Praktikabilität. Unternehmen benötigen lediglich die vorhandenen Tätigkeitsschlüssel aus dem Meldeverfahren der Sozialversicherung und erhalten auf Knopfdruck Informationen über eine diskriminierungsfreie Bewertung von Anforderungen und Belastungen für jede Tätigkeit in ihrem Unternehmen. Die Zuordnung erfolgt anonym ohne weitere Informationen aus den Unternehmen.

Mehr Informationen auf der Website: www.compass-w.de
[1] Comparable Assessement of Work
[2] Klammer, Ute, Christina Klenner und Sarah Lillemeier. 2018. „Comparable worth“. Arbeitsbewertungen als blinder Fleck in der Ursachenanalyse des Gender Pay Gaps? Duisburg: InstitutArbeit und Qualifikation. IAQ-Forschung, 2018-04.

ZERT:EQUAL

milena herbig

Milena Herbig ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Kassel im Projekt Zert:Equal. Sie promovierte zum Thema „Rechtsfragen der Eingruppierung im öffentlichen Dienst“ und engagiert sich in der Kommission Arbeits-, Gleichstellungs- und Wirtschaftsrecht des Deutschen Juristinnenbundes. Für die Equal Pay Day Kampagne erklärt sie das Tool Zert:Equal.

Die in der EU-Entgelttransparenzrichtlinie vorgesehene Berichtspflicht hat das Potenzial, Diskriminierungsgefahren in Entgeltsystemen zu erkennen und zu korrigieren. Voraussetzung hierfür ist, dass Arbeitgeber:innen richtig und vollständig berichten. Um dies zu unterstützen, entwickelt INES Analytics GmbH in einem vom BMFSFJ geförderten Verbundprojekt zusammen mit dem Fachgebiet Bürgerliches Recht und Arbeitsrecht in der digitalen Gesellschaft der Universität Kassel die Webanwendung Zert:Equal.[1]

Mit der Anwendung können Arbeitgeber:innen ihren Entgelttransparenzbericht überprüfen. Dazu laden sie ihre berechneten Kennzahlen, wie insbesondere Angaben zu geschlechtsspezifischen Entgeltlücken zu verschiedenen Entgeltbestandteilen, sowie die zu Grunde liegenden Entgelt- und Personaldaten hoch. Die Entgelt- und Personaldaten wandelt Zert:Equal in sogenannte synthetische Daten um, die den Originaldaten sehr ähnlich sind, aber keine Rückschlüsse auf einzelne Personen zulassen – also anonym sind. Anhand dieser Daten überprüft Zert:Equal den Entgelttransparenzbericht. Das Ergebnis lässt darauf schließen, ob richtig gerechnet wurde und ob der Bericht sorgfältig und vollständig erstellt wurde. Neben dieser Bestätigung hilft Zert:Equal bei der Strukturierung und Organisation der Daten innerhalb des Unternehmens. Die Überprüfung durch Zert:Equal kann nicht nur die Person unterstützen, die den Bericht zu erstellen hat, sondern auch dem Betriebs- bzw. Personalrat sowie der Leitungsebene helfen. Denn die Leitungsebene hat die Richtigkeit der Angaben des Berichts nach Anhörung der Arbeitnehmer:innenvertretung zu bestätigen. Nicht zuletzt können Unternehmen mit der Bestätigung durch Zert:Equal ihr Bemühen auch nach außen sichtbar machen.

[1] Mehr Informationen zu Zert:Equal unter www.ines-analytics.com.

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