Ein inspirierender Abend für gerechte Bezahlung mit starken Impulsen und lebendigen Begegnungen: Das war die Equal Pay Day Soirée am 26. Februar 2026 im bUm in Berlin! Wieso ist Gleichstellungsarbeit vor Ort zentral für eine gleichberechtigte Zukunft? Wie können wir Männer mit ins Boot holen? Was haben wir rechtlich schon erreicht – und was muss noch getan werden? Darum und viele andere Fragen drehte es sich sowohl bei den Vorträgen als auch beim gemeinsamen Ausklang.
Den Auftakt gestalteten Mareike Lotte Wulf (CDU), Parlamentarische Staatssekretärin im BMBFSFJ, sowie Heike Fiestas Cueto und Katharina Lages-Willner, Co-Präsidentinnen von BPW Germany, der den Equal Pay Day initiiert. Es folgten Impulsbeiträge von Juliane Fischer-Rosendahl, Gleichstellungsbeauftragte in Berlin-Spandau, Christoph May vom Institut für kritische Männerforschung und Farnaz Nasiriamini vom Deutschen Juristinnenbund. Musikalisch begleitet wurde der Abend von Tayo Awosusi-Onutor und Band, moderiert von der EPD-Projektleiterin Uta Zech.
Mareike Wulf unterstrich, dass der Grundsatz von gleicher Bezahlung für gleiche und gleichwertige Arbeit zwar rechtlich verankert ist, es aber weiterhin an der Umsetzung hapert. Sie sprach unter anderem über die Bedeutung einer klischeefreien Berufs- und Studienwahl sowie einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Heike Fiestas Cueto und Katharina Lages-Willner entwarfen anschließend ihre Vision einer Welt, in der „equal pay every day” nicht nur Kampagnenmotto, sondern gelebte Realität ist: eine Gesellschaft, in der Menschen sich frei von Geschlechterstereotypen entfalten und Erwerbs- und Care-Arbeit partnerschaftlich teilen. Dafür sei auch die konsequente Umsetzung der Europäischen Entgelttransparenzrichtlinie entscheidend.
Intersektionalität, Männer, das deutsche Recht: Das muss sich noch tun
In den Impulsbeiträgen wurde deutlich, wie vielschichtig das Thema Entgeltgerechtigkeit ist. Juliane Fischer-Rosendahl machte klar, dass der Gender Pay Gap von 16 % nur einen Teil der Realität abbildet. Intersektionale Faktoren – etwa Migrationsgeschichte, soziale Herkunft oder sexuelle Identität – verschärfen bestehende Ungleichheiten zusätzlich. Christoph May näherte sich dem Thema aus einer anderen Perspektive: Mit einem unterhaltsamen Vortrag zeigte er, wie widersprüchlich und realitätsfern tradierte Männlichkeitsbilder sind. Er stellte die zentrale Frage, warum sich manche Männer von Gleichstellung bedroht fühlen – und wie man sie dennoch erreichen kann. Farnaz Nasiriamini weitete schließlich den Blick über den Gender Pay Gap hinaus und verdeutlichte, dass strukturelle Ungleichheit sich nicht nur im Einkommen, sondern auch in höheren Alltagskosten für Frauen zeigt, etwa bei der Besteuerung von Hygieneprodukten. Sie erklärte, welche Rolle das deutsche Recht dabei spielt – und was hier noch geschehen muss, um equal pay Realität werden zu lassen.
Mit starker Bühnenpräsenz und einer gefühlvollen Mischung aus Soul, Jazz, R’n’B und Romani Musica begeisterte die Sängerin Tayo Awosusi-Onutor mit Brian Sauls an den Drums, Christian Keymer am Piano und Arne Emig am Bass zwischendurch das Publikum und öffnete gleichzeitig den Raum für Austausch und Begegnung. Uta Zech führte mit klaren Ansagen, klugen Einordnungen und ordentlich Humor durch den Abend.
Die Equal Pay Day Soirée zeigte einmal mehr: Entgeltgerechtigkeit ist kein Nischenthema, sondern eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Es wurde diskutiert, gelacht, gelernt und gemeinsam weitergedacht – getragen von der Überzeugung, dass echte Gleichstellung nur im Zusammenspiel von Politik, Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft gelingt. Wir danken allen Teilnehmer:innen und Gästen für diesen inspirierenden Abend und die starken Impulse!
Fotos: Kirsten Breustedt / Fotostudio Breustedt




