Podcats – der Podcast zu equal pay Folge 30 – Eva Quistorp

[00:00:07] – Natascha Heinisch 

Podcats – Der Podcast zu equal pay. Herzlich willkommen zum Podcast der Equal Pay Day Kampagne. Ich bin Natascha Heinisch und ich arbeite im Equal Pay Day Team. Ich spreche mit meinen Gästen darüber, was passieren muss, damit in Deutschland Männer und Frauen für gleiche und gleichwertige Arbeit auch gleich bezahlt werden. Ich freue mich, wenn ihr dranbleibt. Garantiert ohne Kater danach!  

Das Schöne an unserem digital organisierten Podcast ist ja, dass ich mit Menschen überall in Deutschland und auch weltweit sprechen kann, wenn ich meinen Podcast mache. Die Herausforderung ist dann manchmal aber das Troubleshooting, das man betreiben muss, wenn zum Beispiel mal die Cloud spinnt und dann denkt man, da und da gibt es einen kleinen Soundaussetzer und am Ende ist dann in der Aufnahme doch alles smooth, oder noch schlimmer umgekehrt, man denkt, ja, das ist ja ein teures Bluetooth Headset, das ist stabil und dann hört man es sich später an und in der Aufzeichnung sind dann an manchen Stellen leider so kleine Aussetzerchen. Und letzteres ist leider in unserer letzten Folge ein bisschen passiert. Und was macht man dann? Dann muss man kreativ sein, ich muss kreativ sein und dann so ein bisschen herumschnippeln in der Post-Production, damit am Ende trotzdem ein gutes, stabiles Gespräch steht, das ihr euch anhören könnt. 

 

[00:01:28] – Natascha Heinisch 

Und wenn ich dann da so drüber nachdenke, dann passt das gerade zur heutigen Folge eigentlich besonders gut. Denn ich spreche heute mit Eva Quistorp. Sie ist 2025 80 Jahre alt geworden und war ihr ganzes Leben lang aktiv, unter anderem in der Antiatom-Bewegung, der Frauenbewegung, der Friedensbewegung, sie hat die Grünen mitgegründet, sie hat schon den Dalai Lama getroffen, sie war Abgeordnete im Europaparlament und, und, und. Ein langes Leben im Kampf für den Frieden, aber natürlich vor allem für die Frauen. Da waren ganz sicher auch einige Ruckler drin. Vielmals muss man nochmal neu ansetzen, kreativ werden, neu zusammensetzen, mit den Gegebenheiten arbeiten, die gerade da sind und damit dann alles tun, damit man möglichst nah an das Ziel kommt, das man sich vorgenommen hatte. Ich mache hier ja nur unseren kleinen Podcast und freue mich daher umso mehr, dass ich das heute auf ganz, ganz groß ziehen kann und Eva Quistorp bei den Podcats begrüßen kann. Hallo Eva, schön, dass du da bist. 

 

[00:02:28] – Eva Quistorp 

Guten Morgen, ich freue mich endlich bei euch zu sein. 

 

[00:02:31] – Natascha Heinisch 

Wir möchten gerne einmal auf dein Leben im politischen Leben, im Feminismus zurückblicken. Und mich würde als allererstes interessieren, wenn du jetzt zurückdenkst an die 20-jährige Eva, an die 25-jährige Eva, Gibt es irgendwas, was die jetzige Eva sagen würde: Naja, wenn ich da auf mein politisches Engagement, mein feministisches Engagement zurückgucke, eine Überzeugung, 

 

[00:02:56] – Eva Quistorp 

die habe ich heute nicht mehr. 

 

[00:02:58] – Eva Quistorp 

Also es ist glaube ich so, ich bin ja 1945 geboren, also nach dem Krieg und in diese Nachkriegszeiten noch hinein. Dann bin ich zum Glück mit der Klassenfahrt nach Berlin gekommen, bin am Rhein am Niederrhein aufgewachsen, wo man natürlich eher nach Holland oder nach Paris geguckt hat. Und ich bin zum Glück nach Berlin gezogen worden. Und was ich besonders attraktiv an Berlin fand, war nicht die Menschenmassen, die haben mich damals noch eingeschüchtert, sondern dass Kennedy hier gesprochen hat und irgendwie es wohl ein Schicksalswinkel gewesen sein, dass ich ausgerechnet Kennedy an der Freien Universität begegnet bin. Und da hatte ich dann das Gefühl, 

 

[00:03:37] – Eva Quistorp 

er wollte mir die Hand geben, weil 

 

[00:03:38] – Eva Quistorp 

er wohl meine roten Haare schön fand. Aber ich war so gegen Bewunderung der Macht erzogen, also aus der Familie, aus der ich kam, weder Hitler noch Stalin zu bewundern und die Mitläufer von diesen Tyrannen auch nicht, dass ich ein Gefühl hatte, da kommt jemand sehr gut, sehr jung, sehr dynamisch, aber wohl doch ein Vertreter der Macht. Und da habe ich meine Hand weggehalten. Heute würde ich sie ihm geben. Ich habe später auch Obama die Hand gegeben und auch Gorbatschow die Hand gegeben und auch Kohl und Frau Merkel. Aber ich bin sehr froh, dass ich im Grunde auch in meiner politischen Geschichte nie Tyrannen und Massenmördern nie die Hand gegeben habe und die auch nie angelächelt habe. 

 

[00:04:24] – Natascha Heinisch 

Was meinst du denn, hat sich in Beziehungen auf Machtmechanismen über die Jahrzehnte, was für Veränderungen hast du gesehen und wo hast du gesagt, naja, da sind wir eigentlich immer noch genau da, wo wir in meiner Jugend auch noch waren? 

 

[00:04:36] – Eva Quistorp 

Also ich habe ja beim Gründungsparteitag der Grünen kriegte ich Rederecht, darum wird ja immer gekämpft auf Parteitagen. Damals hatten wir noch nicht das Prinzip, ich weiß nicht, ob das andere Organisationen inzwischen übernommen haben, dass bei den Grünen nicht jetzt zehn Männer reden können und dann kommt vielleicht mal eine Frau, sondern eine geniale Idee, dass Frauen und Männer nur im Wechsel reden können. Es dürfen gern zwei Frauen hintereinander reden, aber es dürfen nie zwei Männer. Also es sind manchmal ganz einfache Regeln, die viel verändern können an Machtstrukturen. Und das muss nicht immer nur eine Veränderung an der Spitze sein, so nach dem Motto, da sind jetzt andere Gesichter, andere Geschlechter, da sind jetzt endlich mehr Frauen und auch endlich Feministinnen zu sehen, sondern die Strukturen in Organisationen sind sehr wichtig, wo ja dann auch die Führungsfiguren sich entwickeln. Darum ist dieses Redeprinzip ist wichtig. Und was ich als Erste gefordert habe, glaube ich, in Deutschland, war die Frauenquote. Das Wort gab es gar nicht. Das finde ich jetzt spannend im Generationendialog. Es gab bestimmte Worte nicht für bestimmte Realitäten und es ist manchmal wichtig für etwas, was fehlt oder was nicht gesehen wird, das richtige Wort zu finden. 

 

[00:05:51] – Eva Quistorp 

Also riet mir Petra Kelly, meine Freundin, die mich ja in die Gründung der Grünen hineingezogen hat und die eine Feministin, stark von den USA geprägt war, die kannte Wahlkämpfe in den USA, die war sehr ehrgeizig. Das musste ich von Petra Kelly lernen, dass Frauen auch ehrgeizig sein dürfen. Und dieses Wort Empowerment von Frauen hat sie dann auch mitgebracht. Und dass Frauen sich ruhig an die Spitze des Wahlkampfes stellen. Dann hat sie aber gesagt, Eva, ich mache das nur, wenn du mitkandidierst. Das fand ich auch toll. Also sozusagen ein Tandem bilden. Ja, also die Frauenquote zu fordern, war ein großer Fortschritt, glaube ich. Auch wenn ich dazu sagen muss, keine einzige Zeitung hat es bemerkt. In der Geschichtsschreibung der Grünen kommt es nicht vor, was darauf hinweist, dass dann damals natürlich 1980 am 13. oder 12. Januar die ganzen Medien ja noch von Männern bestimmt waren. Also ich kann mich an keine einzige Journalistin auf dem Gründungsparteitag der Grünen erinnern. Es gab damals keine Tagesschau-Sprecherinnen, es gab keine Talkshow-Moderatorin. Also muss man auch darum gerade aufpassen, dass in der Geschichtsschreibung zu den 60er, 70ern und 80er Jahren man querlesen muss und ständig fragen muss, welche Frauen wurden vergessen, welche Initiative wurde vergessen, weil Journalisten und Historiker der damaligen Zeit das nicht ernst genommen haben. 

 

[00:07:14] – Eva Quistorp 

Mit der Frauenquote, finde ich, haben wir in die Gewerkschaften hineingewirkt, in die SPD hineingewirkt, in die Kirchen hineingewirkt, aber sie haben es auch aufgenommen. Ich muss natürlich den Kampf der Frauen um Gleichberechtigung in der SPD loben. Das ist auch das Verdienst von vielen Sozialdemokratinnen. Und dann haben eben Frauen wie Rita Süssmuth, aber auch unbekanntere Frauen es ja auch in der CDU aufgenommen. Und die Gewerkschaftsfrauen, würde ich sagen, waren eh auch bereit dazu in den 70ern. Und was wir jetzt sehen können ist, wir haben inzwischen eine Gewerkschaftsvorsitzende, wir haben inzwischen verschiedene Bundestagspräsidentinnen gehabt. Unvorstellbar in der Zeit, wir haben eine Bundeskanzlerin gehabt. Also ich könnte stundenlang die Erfolge der Frauenbewegung loben und dabei immer loben, dass sie außer radikal, wie ich es ja mit einigen war, auch sehr vernünftig geworden ist. Ich glaube, die Kombination ist mein Geheimrezept. Es gibt Zeiten, wo man radikal und laut sein muss und frech, aber es gibt auch Momente, wo man kooperativ vernünftig sein muss und eventuell auch kompromissbereit in dem Sinne, also was man jetzt ja auch beim Paragraph 218 sieht, eventuell kriegen wir es jetzt nicht durch, aber wichtiger als es jetzt durchzukriegen, könnte sein, dass wir ein breites Bündnis halten. Dass wir das gegen die Angriffe von rechts und einen Rollback, den es jetzt ja weltweit gibt, dass wir dagegen auch etwas stabilisieren, was wir erreicht haben. 

 

[00:08:44] – Eva Quistorp 

Das habe ich, glaube ich, dazugelernt. 

 

[00:08:46] – Natascha Heinisch 

Und was würdest du sagen, ist komplett gleichgeblieben? Es waren jetzt viele Verbesserungen, wo du sagst, aber wo sagst du, da sind die Machtverhältnisse, die Strukturen, da ist es eigentlich noch nicht so weit gekommen, wie ich mir das vorgestellt hatte, oder es hat sich gar nichts verändert und ist heute noch so, wie es damals war, was die Mechanismen angeht im Bereich Macht. 

 

[00:09:05] – Eva Quistorp 

Ja, was ich grauenhaft finde und worunter ich manchmal leide, aber dann merke ich auch, dass ich mich gegen die Information schütze, damit ich nicht zu deprimiert werde, ist Gewalt gegen Frauen, Gewalt gegen Frauen und Mädchen. Die ist ja teilweise sogar schlimmer geworden. Ich glaube, sie ist schlimmer geworden, weil die sexuelle Befreiung, gegen die wir als Frauenbewegung ja auch, die wir auch als Frauenbewegung kritisch gesehen haben, die wurde ja 68 so gelobt. Also natürlich ist es toll, dass die Pille erfunden wurde, natürlich ist es toll, dass man nicht erst heiraten muss, um sexuelle Beziehungen zu haben und so weiter und so fort. Aber es war eigentlich ein Erfolg des männlichen Sexismus, die sogenannte sexuelle Revolution. Und die ging ja einher mit einer Konsumgesellschaft, mit Massenkonsum, also eigentlich mit einem Sexgeschäft ging das einher. Und dieses Sexgeschäft, würde ich sagen, hat sich in unserem Rücken, hat sich im Rücken der Frauenbewegung und der Frauenpolitik ist nicht geringer geworden, sondern sogar schlimmer und größer und mächtiger. 

 

[00:10:10] – Natascha Heinisch 

Was feministische Debatten sind deiner Meinung nach, die vielleicht etwas unverhältnismäßig viel Aufmerksamkeit bekommen, während andere zu wenig bekommen. Also wo meinst du, liegt aktuell zu stark der Fokus drauf und wo sagst du, müsste man eigentlich mehr hingucken? 

 

[00:10:26] – Eva Quistorp 

Also ich freue mich, dass es eine lebendige und junge Frauenbewegung gibt und muss als eine, die jetzt 80 geworden ist und mit dem Feminismus eben so ungefähr vor 60 Jahren angefangen hat, auf eine andere Weise als Alice Schwarzer lernen, dass ich jetzt zur älteren Generation höre und dass die Jüngeren immer was Neues oder auch mal was anderes machen wollen und auch ihre eigene Sprache entwickeln wollen. Darum glaube ich, muss ich mit meinem Urteil etwas vorsichtig sein, weil es ganz klar von einer 80-Jährigen, die versucht im Dialog zu bleiben mit Jüngeren. Also ich habe Patentöchter, ich kenne jüngere Frauen in der Politik, vor allem in der Europapolitik. Ich bin sehr engagiert mit jungen Frauen aus der Ukraine und aus Belarus und aus dem Iran. Also da denke ich, da ich nicht mehr offizielle Politikerin bin, kann ich mich mehr dem Frauenrechtsfeld mit den Frauen im Exil widmen und muss nicht mehr jede EU-Rahmenrichtlinie kennen und nicht mehr jedes Detail der Energiewende kennen und alles das, was ich mir in den Kopf stopfen musste, als ich Abgeordnete war. Also finde ich es eigentlich auch eine Art Freiheit, die ich habe, mich um die Frauen im Exil hier in Berlin kümmern zu können und sie gegen ihre Diktaturen zu unterstützen und mit ihnen für die Freiheit der politischen Gefangenen einzutreten, vor allem der Feministinnen. 

 

[00:11:49] – Eva Quistorp 

Ich komme im gewissen Sinne, glaube ich, mit diesen Frauen im Exil besser klar politisch, sprachlich, menschlich, als mit einigen, sagen wir mal, vom Missy Magazin, Das ist nicht meine Lieblingszeitung, weil ich merke, die haben eine andere Sprache. Da wird so viel Wert auf das Gendersternchen oder auf Queersein gelegt, dass ich denke, beides sind gute Ideen. Also Queersein sowieso, weil die Anfänge der Unterstützung und des Öffentlichmachens der Lesben und Schwulen habe ich ja mitgemacht hier in Berlin in frühen 70er Jahren. Und ja, also diese Fortschritte im Bereich Queer und Wahrnehmung der Geschlechtervielfalt und Wahrnehmung der Kräfte der Frauen finde ich ganz wichtig, aber ich finde es etwas übertrieben in der Sprachpolitik inzwischen. Also Sprache ist nicht unwichtig, aber sie wird eben eventuell so eine Art sprachliche Korrektheit oder eine Art Achtsamkeit, finde ich, ist etwas sehr modisch geworden oder manchmal übertrieben. Ich finde die großen Gerechtigkeitsfragen, wenn Frauen nicht mal auf den Mindestlohn kommen, wenn Frauen in der Klickindustrie in den Philippinen diese ganze sexuelle Gewalt wegklicken müssen, also schreckliche Jobs haben oder eben Drecksjobs machen, also wenn sie mit Frauen mit ihren Kindern in den Coltan-Fabriken in Afrika die Rohstoffe aus der Erde kratzen für unsere Handys, 

 

[00:13:26] – Eva Quistorp 

das sind für mich doch die großen Gerechtigkeitsfragen, die mich stärker bewegen und die manchmal in einigen Debatten über Gendertheorien, finde ich, in den Schatten geraten sind. 

 

[00:13:40] – Natascha Heinisch 

Hast du ein Thema, das dir von denen, die du gerade genannt hast, das dir ganz besonders am Herzen liegt, irgendwas, wo du sagst, es ist jetzt mit 80 ist das ist jetzt mein Baby? Das ist die Causa, hinter der ich am stärksten stehe, oder hast du verschiedene? 

 

[00:13:54] – Eva Quistorp 

Ja, also die Frauenrechte im Iran liegen mir stark am Herzen, weil ich war ja bei der ersten Demonstration gegen den Schah am 2. Juni 1967 hier in Berlin vor der Oper mit dabei und da ist ein Freund von mir aus der Evangelischen Studentengemeinde, der mit mir Germanistik studiert hat, erschossen worden von einem Polizisten aus Westberlin, der war aber von der SED bezahlt. Also ich bin mit dem Ereignis ja wie viele meiner Generation sozusagen radikalisiert worden und in die Weltpolitik reingeschmissen worden. Und für mich persönlich begleitet mich also die Situation im Iran seit 1967 so wie die Situation auch der Frage des Kolonialismus in Lateinamerika und Afrika, in Asien eine ganz lange Frage ist. Und natürlich leide ich jetzt oder versuche zu kämpfen mit den Feministinnen im Iran. Eine, die im Gefängnis ist, habe ich hier 2009 persönlich getroffen und das geht mir dann natürlich noch näher. 

 

[00:14:52] – Natascha Heinisch 

Du bist jetzt 80 hast du gesagt, meinst du, du hörst einfach nicht mehr auf? Du machst quasi für dein ganzes Leben lang, wirst du immer weitermachen. Du hast keinen… du wirkst zumindest jetzt nicht so, als ob in dir irgendein Teil wäre, der sagt so, und morgen gehe ich in meinen kleinen Garten und pflege die Kräuter und das soll es dann aber auch gewesen sein, sondern es wird immer weitergehen. 

 

[00:15:12] – Eva Quistorp 

Ich fühle mich schon manchmal sehr müde und auch erschöpft und manchmal auch, also jetzt von dem Krieg gegen die Ukraine oder eben von den ekelhaften Pornoseiten, von dem Hass, der im Internet erzeugt wird gegen Frauen und gegen Kommunalpolitikerinnen, das kann mich schon runterziehen. Und ich habe ja die allererste Frauendemo gegen Trump hier 2017 zum Internationalen Frauentag organisiert. Die Medien haben sich mal wieder nicht drum gekümmert, aber es kamen 300 Frauen und aus verschiedenen Nationen. Gleichzeitig haben hier Deutschafrikanerinnen gegen Genitalverstümmelung protestiert und wir haben uns diese rosa Hüte wie die Frauen in den USA angezogen. Und was ich da erfunden hab, worauf ich stolz bin, aber ich habe nicht mehr dieselbe Kraft wie vor 5, 6 Jahren, ist, ich habe das Schlagwort Trumputin erfunden, weil wo mir die jüngeren Frauen jetzt leid tun, ist, sie sind in eine Welt geschmissen, wo die Globalisierung ziemlich, also neue Oligarchien geschaffen hat, wo der Mauerfall, für den ich mit Frauen für Frieden in der DDR eingetreten bin und mit Bärbel Bohley teilweise viel Freiheit gebracht hat, die nötig ist, aber praktisch auch Freiheit für die Mafia, Freiheit für die Sexindustrie, Freiheit für Männer wie Trump und Putin oder die Mullahs und dagegen globale, kluge Frauennetzwerke zu stricken, das ist jetzt sehr nötig. 

 

[00:16:37] – Eva Quistorp 

Die UNO, für die ich lange gearbeitet habe mit tausenden von Frauen, haben wir die Frauengleichberechtigung in die UNO-Regeln und in die EU-Regeln erkämpft in den er Jahren. Aber wir müssen jetzt sehen, wie es ja auch Annalena Baerbock sieht, dass die UNO nicht so funktioniert, wie sie funktionieren sollte und wie sie gewünscht und gegründet worden ist mit Eleonore Roosevelt 1945 und einer der Gründe. Ist, dass wir einfach in viel zu viel Regierungen Diktaturen und mächtige, eitle, narzisstische, gewaltbereite Männer an der Macht haben. Daher müssen wir gegen Trump und Putin und die Mullahs gemeinsam antreten. Wir sind seit 2001 spätestens in einer anderen Weltlage, wo wieder sadistische und nazistische Männer mit ihren Männernetzwerken, also das sind ja nicht Einzelne, so wie Hitler und Stalin auch nicht Einzelne waren. Sie haben Männernetzwerke um sich rum und was ich als Feministin aber dann traurig dazu sagen muss, sie haben Pressesprecherinnen wie diese schreckliche Kristi Noem, die Innenministerin jetzt in den USA ist und die Pressesprecherin von Putin heißt Maria Sacharova. Also dann sind sie auch noch furchtbar auf Blondine getrimmt und die Schönheitsindustrie springt einem da ständig durchs Fernsehen ins Gesicht. Also die jungen Feministinnen haben viel zu tun. 

 

[00:18:14] – Eva Quistorp 

Ihr müsst euch beruflich weiterqualifizieren, ihr müsst in Organisationen wie Equal Pay mitarbeiten bzw. da dürft ihr mitarbeiten, weil es ist ja eine wunderbare Organisation. Ich glaube, ich werde, wenn ich jetzt älter und schwächer werde, immer stolz darauf sein, dass es so eine tolle Organisation wie euch gibt, die nämlich nicht nur mit Verstand und Wissen, also zur Gesetzgebung arbeitet, wie ich gesehen habe, sondern ihr habt künstlerische Elemente, ihr habt die Lebensfreude mit dabei, ihr arbeitet jetzt schon in vielen beruflichen Feldern. Und da kann ich euch nur wünschen, dass eure Medienauftritte, so wie in diesem Jahr, immer besser werden und dass wir gemeinsam die Oligarchen besiegen und dann im Internet nur noch tolle, kluge, vernünftige, solidarische Frauen zu sehen sind. 

 

[00:19:04] – Natascha Heinisch 

Weil du jetzt den Gender Pay Gap oder die equal pay day Kampagne auch angesprochen hast, aus deiner politischen Erfahrung heraus, was würdest du sagen, welche Maßnahmen wären eigentlich schon längst möglich, wenn es um die Abschaffung des Gender Pay Gaps geht und was scheitert dann nicht an Wissen, das da ist, sondern daran, dass es nicht unbedingt im Interesse vielleicht liegt, das so abzuschaffen, wie es möglich wäre? 

 

[00:19:26] – Eva Quistorp 

Ich glaube, dass es in allen Bereichen, wo es um mehr Gerechtigkeit geht, wie bei der Frage equal pay und eine offenere und solidarische Gesellschaft für eine Gleichberechtigung der Frauen gegenüber der jahrtausendealten Männermacht, dass es nie nur allein das Wissen ist. Darum finde ich eure Organisation und eure Kampagnen auch so gut, weil ihr einerseits das Wissen und die Fakten drin habt, aber Bündnisse, kluge Bündnisse entwickelt von der EU-Kommission zum Europaparlament über den Bundestag zum Juristinnenbund, zu professionellen Netzwerken und da sozusagen nicht nur die Management-Etage von Frauen einbezieht, sondern die Frauen, wo ich noch Mitglied bin bei der ver.di, bei den Gewerkschaften, also eine Spannbreite auch der gesellschaftlichen Positionen. Ich kann, glaube ich, nur wiederholen, ihr seid aber da viel mehr Expertin als ich, ich glaube, wir müssen das Rollback der Männermacht und auch der Despoten und wo die Superreichen gegen die Armen kämpfen. Dieses Rollback von hinten, das können wir, glaube ich, nur durch eine Kontrolle der… demokratische Kontrolle der IT-Konzerne wieder hinbekommen. Und da möchte ich euch eine Bündnispartnerin empfehlen, das ist die ehemalige EU- Kommissarin Vestager. Also die würde ich dringend mit der zusammen Lobbyarbeit machen. Die ist auch Pfarrerstochter wie ich, aber von der liberalen Partei. 

 

[00:21:05] – Eva Quistorp 

Dann kann ich euch die Frances Haugen als Bündnispartnerin empfehlen, die hat bei Facebook gearbeitet, hatte da eine hohe Position, hatte den Mut auszusteigen zum Beispiel. Solche Leute braucht man, die karrierefähig sind, die die Machtinstitutionen von innen kennen oder die Firmen von innen kennen, dann aber bereit sind, auf einen Karriereschritt zu verzichten im Interesse der Gemeinschaft, im Interesse der Wahrheit und Solidarität. Dann gibt es jetzt eine Frau, deren Buch heißt Oligarchie und jetzt ein neues Buch Muskismus, also bezogen auf Elon Musk. Ich glaube, wir müssen in den Bereichen digitale Souveränität oder KI, da müssen wir so was wie berufliche und technische Kompetenz entwickeln, aber dabei nicht vergessen, es handelt sich auch um Machtschübe, die eventuell alles, was wir erreicht haben, von hinten wieder zurückrollen können. 

 

[00:22:01] – Natascha Heinisch 

Du hast viel auch Netzwerke angesprochen. Ein Punkt, auf den ich noch eingehen wollte, ist, es gibt ja den sogenannten Girlboss-Feminismus, also die Annahme, dass eine Frau, ohne dass irgendwelche Strukturen dabei angegangen werden, dass es einfach nur individuelles Empowerment ist, dass du dann aufsteigst, dass du Girlboss wirst, genau wie der Mann ein Boss ist, bist du dann ein Girlboss, aber das die Strukturen irgendwie gar nicht angeht, sondern das einfach nur individuelle Leistung sozusagen angesehen wird. Was hältst du davon? 

 

[00:22:29] – Eva Quistorp 

Ich finde das ganz furchtbar. Da mache ich mich vielleicht unbeliebt bei einigen, aber schon als es bei den Grünen anfing, dass in der Frauenarbeitsgruppe der Bundesarbeitsgemeinschaft Frauen über Zeitmanagement geredet wurde, das war glaube ich, schon vor 20 Jahren, habe ich die Stirn gerunzelt, weil, wie ich es gerade zu sagen versuchte, es ist wichtig, dass Frauen eine gute Ausbildung machen, dass sie sich durchsetzen lernen. Aber ich finde es immer besser, wenn sie gleichzeitig mit dem individuellen, mit der Entwicklung ihrer individuellen Talente und Fähigkeiten, gleichzeitig ihre Fähigkeit zu Teamarbeit und vor allem Solidarität entwickeln und dass sie, wenn sie an die Spitze kommen, nie vergessen, dass sie etwas zurückgeben an die Frauen, die nicht an der Spitze sind. Das ist leider bei einigen Feministinnen oder Influencerinnen vor allem vollkommen vergessen worden. Und ich finde sehr gut, dass Uta Zech in ihrem Interview im RBB jetzt zum Equal Pay Day nicht auf die Frage des Moderators reingefallen ist, wenn Frauen in der Pflege so schlecht bezahlt werden, das ist doch ihre eigene Wahl. Sollen sie dann nicht was anderes wählen, sondern dass sie ganz in meinem Sinne gesagt hat: Nein, alle Care Tätigkeit, egal ob sie von Männern oder Frauen, von Migrantinnen oder weißen Elitefrauen ausgeübt wird, 

 

[00:23:52] – Eva Quistorp 

Care Arbeit ist für jede Gesellschaft, lege Arbeit ist für jedes Gesellschaft, die ein Minimum an Menschlichkeit und Solidarität und Gerechtigkeit erhalten will, wahnsinnig wichtig. Und man muss vielleicht viele IT-Berufe und viele Berufe in der Werbe und Kommunikationsbranche endlich mal weniger bewerten, finanziell und auch von dem Prestige her und der Pflege nicht nur mehr Prestige und mehr Applaus geben, sondern alle pädagogischen, alle sozialen und alle Pflegeberufen müssen auf einen Schlag weltweit besser bezahlt werden. Solidarität, das gebe ich auch noch gerne an die Jüngeren weiter. Solidarität ist keine Pflicht. Es ist nicht was Unangenehmes, was einen einzwängt. Wenn ich weitererzählen könnte, würde ich euch… was mir Lebensfreude immer wieder gegeben hat, was nach Erschöpfung und Krisen mich wieder aufgebaut hat, sind Solidaritätserfahrungen. 

 

[00:24:48] – Natascha Heinisch 

Das wäre perfekt meine nächste Frage: Zwei Erkenntnisse in deinem Leben, die du auf jeden Fall weitergeben möchtest an die jüngere Generation, die heute noch genauso relevant sind. Also Solidarität hast du gerade schon genannt. Gibt es noch irgendwas anderes, wo du sagst, das ist so ein Kernpunkt, das würde ich gerne weitergeben, das ist wichtig, darauf kommt es an? 

 

[00:25:08] – Eva Quistorp 

Heute wird ja auch viel von Achtsamkeit und innerer Stärke geredet. Aber alles das, weil ich bin da ja auch Pfarrerstochter und Theologin und habe auch zum Glück in der Friedensbewegung, Frauenfriedensbewegung viele andere Spiritualitäten, also sowohl die jüdische, die buddhistische und auch die liberale muslimische bei meiner Freundin Seyran Ateş oder bei Sufis kennengelernt. Und man sieht, dass viele Demokratiebewegungen, viele Frauenbewegungen, viele Umweltbewegungen, alle leben auch von einer spirituellen Kraft, wo die Menschen sich nicht von ihren Kulturtraditionen abschneiden lassen, die gute Kultur oder freie Religionstraditionen sind. Und dazu gehört ja, dass wenn wir mehr Gerechtigkeit erreichen wollen, auch für Frauen, man Phasen der Einsamkeit und der Schwierigkeit, auch der Enttäuschung und dass man eventuell auch mal verraten wird, sogar von den eigenen Leuten aushalten muss. Und ich glaube, für diese Phasen der Schwierigkeit, die wir persönlich oder auch kollektiv erleben, ist doch eine spirituelle und kulturelle Kraft wichtig. Und die wird aber inzwischen von den neoliberalen Wirtschaftstendenzen, so wie Yoga oder deine innere Kraft finden wird, auch wieder schrecklich atomisiert und individualisiert oder kommerzialisiert. Und davor möchte ich warnen. Aber den Jungen möchte ich vertrau‘ auf deine innere Kraft. Versuche Wege zu finden, die zu stärken und zu schützen gegen Massenmedien, gegen Manipulation, gegen gewisse Modetrends und suche dir gute Freundschaften. 

 

[00:26:45] – Eva Quistorp 

Also ich glaube auch, dass zum Beispiel auch in der Politik und auch wie bei euch im Organisationsmanagement für equal pay ist sowas, kann man Freundschaft als eine Kraft erleben. Also dass man nicht sich vereinzelt an die Spitze kämpft oder diese ganze Stimmung oben bleiben, schön bleiben, fit bleiben, sondern dass man Freundschaften achtet und dafür Raum und Schutz findet. Dazu gehört auch das zu dem innere Stärke entwickeln, Fähigkeit zur Solidarität, Freude an Solidarität und Pflege auch von politischen und beruflichen Freundschaften. Freundschaften stehen ja sowas gegen zu viel Konkurrenz, Neid, Eifersucht, Hass, was alles teilweise in den sogenannten asozialen, asozialen Medien gefördert wird. Und auch was jetzt ja durch diese, den Rollback, wo Männergruppen und Hetze gegen Frauen ja weltweit wieder organisiert wird, in den sogenannten sozialen Medien. Ich glaube, dass zum Beispiel auch Musik eine Kraft sein kann. Und darum ist es wichtig, dass es Musikerinnen gibt, die sich in die verschiedenen Kulturbereiche hineinwagen, dass sie es aber schaffen, nicht diese üblichen Schönheitsideale zu vertreten. Also die Frauen sind, glaube ich, immer noch von hintenrum erpressbar durch den Druck, schön zu sein, jung zu sein, sexy zu sein. Und ich glaube, wir müssen die Politik in Europa, wo wir gerade jetzt eine Chance haben, durch Gleichberechtigung für Frauen stolz zu sein auf unser Europa, unser Europa zu verteidigen gegen China, Putin, Trump und die Mullahs. 

 

[00:28:25] – Eva Quistorp 

Dadurch, dass wir an unseren europäischen Idealen der Gleichberechtigung und Freiheit festhalten. Aber wir Frauen müssen aufpassen, dass wir uns nicht durch falsche, und immer wieder neue Moden, sexy zu sein, jung zu sein, die Beste zu sein, andere wegzubeißen, sei es mit Fingernägeln oder High Heels oder sonst was, dass wir uns dadurch nicht erwischen lassen, sondern fähig sind, gegen den Strom zu schwimmen. 

 

[00:28:50] – Natascha Heinisch 

Mich würde interessieren, weil du auch über die Wichtigkeit von Spiritualität gesprochen hast, inwieweit dir und deinen Mitstreiterinnen das gelungen ist, weil ja auch viel Patriarchat in Religion grundsätzlich drin ist, das für euch so zu vereinbaren, das rauszunehmen, oder wie vereinbart man das, wenn man jetzt die Bibel zum Beispiel anschaut, da kenne ich mich jetzt am besten aus, dass man trotzdem, du jetzt als Pfarrerstochter, dass man das trotzdem für sich passend macht als Frau, obwohl da so viel auch in den Strukturen von Kirchen und so weiter, so viel Mann drin ist. Wie kann man das gut für sich vereinbaren, da eine gute Spiritualität feministisch zu leben, obwohl da so viel Patriarchat angelegt ist? 

 

[00:29:30] – Eva Quistorp 

Also man muss ähnlich wie bei den Gesetzen, ähnlich wie bei Marx, ähnlich wie in der Philosophie, die natürlich umschreiben und natürlich, und damit haben wir 1969 begonnen, eine andere Liturgie. Also ist natürlich nicht Gottvater, sondern auch Gottmutter und Gott und Göttin liebt ihre Töchter, nicht nur ihre Söhne. Also man muss es, so wie wir ja auch oder so wie ihr ja auch die Gesetzgebung umschreibt und andere Juristinnen ausbildet, andere Ökonominnen muss ja auch die Gesetze der Ökonomie umschreiben und andere Ökonominnen für eine solidarischere Ökonomie Finanzwirtschaft entwickeln. Genauso ist es mit den biblischen und heiligen Texten und bezogen auf die Bibel ist es einigermaßen gelungen und auf die Tora, weil da gibt es immerhin jüdische und christliche Feministinnen, die haben die Bibel in gerechter Sprache vor zehn Jahren geschrieben. Die ist natürlich nicht bekannt genug, aber sie ist da. Das andere ist, dass natürlich Frauen Pfarrerinnen sind. Ich bin natürlich Protestantin und Hugenottin und sollte eigentlich auch Professorin werden, wie Dorothee Sölle, die eins meiner Vorbilder ist. Aber ich finde es natürlich fatal, dass die Katholikinnen da immer noch gegen die Päpste und gegen dieses Kardinalsbüro versuchen müssen, dass sie wenigstens Diakonin seien können, das darf es gar nicht geben. 

 

[00:30:55] – Eva Quistorp 

Frauen und Männer müssen in jeder Religion gleichberechtigt sein, die gleichen Posten haben können. Die heiligen Texte müssen von Feministinnen umgeschrieben und uminterpretiert werden können. Und dann glaube ich auch aber, dass der Dialog zwischen den Religionen sollte nicht das Wichtigste sein, dass man sich gegenseitig toleriert. Dabei kommt nämlich raus, dass dann die Katholiken die rechten Katholiken die rechten Mullahs tolerieren, sondern Toleranz auch im Sinne der Religion oder der verschiedenen Spiritualität und Kulturen heißt bei mir, dass ich versuche, die Feministinnen innerhalb des Islam oder in den islamischen Ländern zu… dass ich versuche, in Lateinamerika die Feministinnen in den katholischen Ländern zu fördern. Und ich finde, da könnte es längst gute Filme zu geben, da könnte es mehr gute Bücher zu geben. Ich habe ein Gedicht geschrieben zur Frauenbewegung, das fing dann an „Viva Maria“. Da war dieser Film mit Brigitte Bardot, die ist ja gerade erst gestorben und Jeanne Moreau berühmt. Den Film haben die Männer natürlich geliebt, weil die beiden Frauen sexy waren. Aber wir Feministinnen müssen ja ein anderes Bild von sexy Frauen entwickeln und auch ein anderes Bild von spirituellen Frauen. Die Madonna und die Hure sind ja immer so total extrem gegeneinander ausgespielt worden. 

 

[00:32:20] – Eva Quistorp 

Und dass dieses Klischee entweder Madonna oder Hure oder entweder mächtige Frau oder Sexsklavin, das ist immer noch da. Und ich sehe das mit der Notwendigkeit feministischer spirituelle Spiritualität und Auslegung der heiligen Bücher und denke ich sehe ich als begleitend, als begleitend im Kulturbereich, der eben zum Beispiel auch alle Künstlerinnen vergessen hat. Ich habe jetzt eine Sendung gesehen, wo ich Hoppla, eine junge Kunsthistorikerin, die ist also 40 Jahre jünger als ich und hatte in ihrem ganzen Studium nichts von Künstlerinnen mitbekommen, sondern nur die berühmten Künstler. Und da kann ich nur Ja, bitte ran, buddelt sie aus. Ich kannte immerhin Paula Moderson-Becker, Käthe Kollwitz und die Tochter von Gauguin ist übrigens auch eine sehr gute Malerin. Und es gibt, so wie im Bereich der Christen, der Juden, Muslime, Buddhisten und andere, gibt es im Bereich der Philosophie und der Kultur, der Ökonomie, der Justiz, in allen Feldern der Wissenschaft die guten Frauen, die intelligenten Frauen zu entdecken. Am liebsten würde ich jetzt doch noch mal damit abschließen, dass ich darüber schwer verärgert bin, dass jetzt Daniel Cohn-Bendit am 8. März am Internationalen Frauentag sich von Habeck einführen lässt und mit einem Journalisten seine Biografie geschrieben hat. 

 

[00:33:48] – Eva Quistorp 

Und das finde ich eigentlich eine Frechheit, dieses Männertrio, die sich auf die Schultern klopft und sich für die wichtigsten Leute der Geschichtsschreibung der letzten 40 Jahre hält. Das finde ich eine Frechheit zum internationalen Frauentag. 

 

[00:34:02] – Natascha Heinisch 

Das bringt mich zum Fauchen. Unsere letzte Frage ist ja „was bringt dich aktuell zum Fauchen und was bringt dich zum Schnurren?“ 

 

[00:34:18] – Natascha Heinisch 

Was bringt dich aktuell zum Fauchen und was bringt dich zum Schnurren beim Thema equal pay? 

 

[00:34:29] – Eva Quistorp 

Ich schnurre, wenn ich auf eure Website gucke und gesehen habe, was für tolle Medienarbeit mit Fantasie und Witz und Fachkenntnis ihr zum 27. Februar gemacht habt. Wenn ich euch dazu ergänzend sagen darf von meiner Ecke, der 27. Februar ist der Tag des Widerstandes der Frauen in der Rosenstraße auch und ist der Tag, an dem der Reichstagsbrand stattfand. Und das ist irgendwie jetzt nicht unbedingt eine Spielerei von mir nur, sondern ich finde, da seid ihr gut eingebettet zwischen der Gefahr, dass es also der Reichstagsbrand ist ja auch für die Hetze der Nazis ausgenutzt worden, dass wir auf eine neue Art die alten Themen wieder da sind, nämlich dass wir Widerstand brauchen, von Frauen organisiert und dass wir gegen Propaganda und Hetze, wo Geschichtsereignisse verdreht werden, uns gemeinsam stellen müssen. Und das müssen wir jetzt mehr global machen als früher. Darum wünsche ich euch gute Partnerorganisationen in ganz Europa und ich könnte mir vorstellen, dass es in Kanada, Australien und auch vielleicht Brasilien gute Partnerorganisationen geben könnte. 

 

[00:35:38] – Natascha Heinisch 

Das sind mächtige und wichtige Worte zum Schluss. Vielen Dank, Eva, dass du heute da warst. Falls ihr da draußen Fragen zur heutigen Folge oder allgemein zum Thema equal pay habt, dann könnt ihr uns sehr gerne schreiben an info@equalpayday.de und uns natürlich auch wie immer folgen auf den sozialen Medien, wo wir unterwegs sind mit dem Hastag epd. 

 

[00:35:57] – Natascha Heinisch 

Vielen Dank, Eva, dass du heute da warst und uns aus deinem Leben und aus deiner Erfahrung viel hast mitgeben können und erzählen können. Und an euch da draußen: Tschüss. 

 

[00:36:06] – Eva Quistorp 

Ich wünsche allen jüngeren Frauen und Feministinnen beruflichen Erfolg, aber auch wunderbare, wichtige solidarische Freundschaft. 

 

[00:36:31] – Natascha Heinisch 

Equal Pay Day Deutschland ist ein gefördertes Projekt des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugendliche. 

 

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