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Der Aktionstag markiert den Tag, bis zu dem Frauen nach Ablauf eines Jahres länger arbeiten müssen, um dasselbe Gehalt zu erzielen, wie Männer bereits am 31.12. des Vorjahres. Der Equal Pay Day markiert also den geschlechtsspezifischen Entgeltunterschied (Gender Pay Gap), der laut Statistischem Bundesamt aktuell bei durchschnittlich 22 Prozent liegt.
Man unterscheidet den unbereinigten und den bereinigten Gender Pay Gap (= Lohnlücke zwischen Frauen und Männern). Der unbereinigte Entgeltunterschied liegt derzeit bei 22 Prozent. Er entsteht, indem die durchschnittlichen Bruttostundenlöhne von Frauen von den durchschnittlichen Bruttostundenlöhnen von Männern abgezogen werden:
Ø Bruttostundenlohn der Männer
- Ø Bruttostundenlohn der Frauen
= Lohnlücke (unbereinigt) i.H.v. 22%
Die unbereinigte Zahl bildet die gesamte Ursachenkette für das Entstehen der Lohnlücke ab. Für rund zwei Drittel des Gender Pay Gap lassen sich die Ursachen rechnerisch genau bestimmen. Frauen verdienen weniger, weil sie u.a. weniger häufig Führungspositionen innehaben, eher traditionelle Frauenberufe wählen (die traditionell schlechter bewertet und bezahlt werden) und häufiger teilzeitbeschäftigt sind.
Zieht man die erklärbaren Prozentpunkte von den 22 Prozent ab, erhält man den so genannten bereinigten Gender Pay Gap. Der bereinigte Gender Pay Gap lässt sich nicht auf erklärbare, strukturell unterschiedliche arbeitsplatzrelevante Merkmale zurückführen. Das bedeutet, dass Frauen auch bei gleicher Qualifikation und Tätigkeit je Stunde weniger verdienen als Männer. Für den bereinigten Wert des aktuellen Gender Pay Gap liegen noch keine aktuellen Zahlen vor. Er lag nach einer Mitteilung des Statistischen Bundesamts von März 2012 bei durchschnittlich 8 Prozent.
Zu den aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamts geht es hier.
Im EU-Durchschnitt liegt der Gender Pay Gap nach den jüngsten Zahlen bei 16,2 Prozent. Mehr zur Situation in der Europäischen Union finden Sie hier.
Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln sagt, der Unterschied liegt nur noch bei 2 Prozent. Was stimmt denn nun?
Das liegt an der Betrachtungsweise. Die Zahlen des IW sagen lediglich aus, dass ein Teil des Entgeltunterschieds erklärbar ist. Das ist vergleichbar mit der „bereinigten Lohnlücke“ des Statistischen Bundesamts. Die Botschaft, die das IW vermittelt, ist allerdings gefährlich. Es entsteht der Eindruck, Frauen seien selbst Schuld und müssten lediglich Vollzeit arbeiten und familienbedingte Job-Pausen so kurz wir möglich halten. Dabei wird ausgeblendet wird, dass Frauen nach wie vor unterschiedliche Zugangschancen auf den Arbeitsmarkt haben, deutlich seltener in Führungspositionen aufsteigen und Berufe, in denen überwiegend Frauen arbeiten, traditionell schlechter bewertet und bezahlt werden. Es ist wichtig, den gesamten Ursachenkomplex zu betrachten, denn genau dies zeigt sich in den Geldbörsen und Rentenanwartschaften der Frauen (Rentenlücke: rund 60 Prozent!).Für die Verdienststrukturerhebung von Destatis, auf deren Basis der Gender Pay Gap errechnet wird, werden 32.000 Betriebe und 1,9 Mio Arbeitnehmer erfasst. Die Zahlengrundlage für die Erhebung des IW ist das Sozioökonomische Panel, eine Befragung von ca. 12.000 Privathaushalten in Deutschland.
Präsentation von Martin Beck (Destatis)
Wie die Lohnlücke zustande kommt und wie Destatis sie errechnet, das erläuterte uns Martin Beck, leitender Regierungsdirektor und zuständig für den Bereich Verdienste im Statistischen Bundesamt, anlässlich der Equal-Pay-Day-Foren 2011 in seinem Vortrag. Die Zahlen zum Entgeltunterschied sind nicht mehr aktuell (von 23 auf 22 Prozent gesunken), die Entstehung der Lohnlücke und die Hintergründe sind jedoch allgemeingültig, weshalb wir Ihnen diese Präsentation auch zum Equal Pay Day 2013 nicht vorenthalten möchten.
Dann klicken Sie sich durch unsere Links und studieren Sie die aussagekräftigen Publikationen die wir für Sie zusammengestellt haben! Wir freuen uns auf Ihre Anregungen um die Seite aktuell zu halten!

"Die Aufwertung von Berufen mit einem hohen Frauenanteil ist ein wichtiger Schritt in Richtung Entgeltgleichheit. „Lohnfindung im Gesundheitswesen“ – so lautet das Thema des nächsten Equal Pay Day. Unter dem Motto „Viel Dienst – wenig Verdienst“ wollen wir aufzeigen, welchen Anteil die schlechtere Bezahlung von Gesundheitsberufen, die überwiegend von Frauen ausgeführt werden, an der Entgeltlücke von 22 Prozent zwischen Frauen und Männern hat. 80 Prozent der Beschäftigten im Gesundheitswesen sind Frauen. In einer alternden Gesellschaft wächst die Bedeutung dieser Branche, die Verdienstmöglichkeiten sind jedoch schlechter als bei vergleichbaren Ausbildungsberufen. Gemeinsam mit unseren Schwerpunktpartnern wollen wir die Diskussion darüber sowohl aus Arbeitgeber- als auch aus Arbeitnehmersicht entfachen und in die Fläche tragen."
Henrike von Platen,
Präsidentin BPW Germany e.V.

Haben Sie sich schon einmal gefragt, was bei der um- sichtigen Arzthelferin in Ihrer Hausarztpraxis, der fürsorglichen Kranken- schwester in der Notaufnahme oder der freundlichen Altenpflegerin im Senioren- heim am Ende des Monats auf der Gehaltsabrechnung steht? Viel ist es nicht im Vergleich zu anderen Berufen. Frauen bilden das Rückgrat unserer medizinischen Versorgung, denn 80 Prozent der Beschäftigten in der Gesundheitsbranche sind Frauen. Ihr Einkommen findet sich im Vergleich zu ähnlichen Ausbildungsberufen am unteren Ende des Gehalts- spektrums wieder. Die schlechte Bezahlung in frauendominierten Berufen, und dazu gehören Gesundheitsberufe, ist eine wesentliche Ursache für den bestehenden statistischen Entgeltunterschied. Deshalb steht beim diesjährigen Equal Pay Day die Verdienstsituation in Gesundheitsberufen im Mittelpunkt. Unter dem Motto „Viel Dienst! Wenig Verdienst!“ geht es um die gesellschaftliche und finanzielle Aufwertung von Gesundheitsberufen. Dies ist nicht nur im Interesse der Beschäftigten sondern in unser aller Interesse. In einer alternden Gesellschaft sind tatkräftige, motivierte und professionelle Beschäftigte im Gesundheitswesen unverzichtbar.
Dr. Kristina Schröder
Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend