Fazit Pressearbeit Equal Pay Day 2008
Große Medienresonanz und politische Aktivitäten
Die Resonanz auf die Einführung des Equal Pay Day 2008 in Deutschland übertraf alle Erwartungen. Die Thematik "Gleiche Bezahlung für gleichwertige Arbeit" stieß nicht nur im In- und Ausland auf ein breites Medieninteresse, sondern wurde auch quer durch die Parteien und Verbände aufgegriffen.
In den sechs Wochen der Kampagne wurden über 1.081 Medienveröffentlichungen gezählt – von Regionalzeitungen über namhafte überregionale Blätter und Nachrichtenagenturen bis hin zu Fernseh- und Hörfunksendern und zahlreichen Onlinemedien. Die Gesamtauflage der Printmedien erreichte 24 Millionen. Die Brutto-Reichweite der Print- und Onlinebeiträge summierte sich auf 50 Millionen potenzieller Leserinnen und Leser.
Im Zeitverlauf war eine erste Spitze der Berichterstattung zum Internationalen Tag der Frau am 8. März 2008 zu beobachten. Der Höhepunkt der Berichterstattung lag erwartungsgemäß um den Equal Pay Day selbst. Das Thema verschwand mit dem Aktionstag jedoch nicht aus der öffentlichen Diskussion. Nach einem Interview von EU-Sozialkommissar Vladimir Špidla zum Thema gingen am 9. Juni 2008 mehr als ein Dutzend Medienanfragen beim BPW Germany ein, die sich unter anderem in Berichten und Interviews in der heute-Sendung vom Tage, in den Hörfunksendern Deutsche Welle World, WDR 1 Live, Radio Berlin Brandenburg-Kulturradio Berlin und Radio FFH niederschlugen.
Die Tendenz der Berichterstattung zum Equal Pay Day war in den weitaus meisten Fällen positiv und unterstützend. Nur sehr vereinzelt – in drei Beiträgen – wurden abwartende oder ablehnende Stimmen laut. So äußerte ein Leser in einem Brief an die Redaktion des Mannheimer Morgen vom 26. April Kritik an der Wahl eines englischen Namens für den Equal Pay Day.
Nachfolgend stellen wir Ihnen eine – wenn auch aus urheberrechtlichen Gründen nur kleine – Auswahl an Beiträgen zur Verfügung:
Das Interesse der überregionalen Presse war beachtlich. Zum Internationalen Tag der Frau griff die ZEIT die Thematik der Lohnunterschiede als Titelthema auf und veröffentlichte dazu einen Leserbrief von Dr. Bettina Schleicher.
Auch der Hochschulanzeiger der Frankfurter Allgemeinen Zeitung berichtete bereits vorab – zwei Wochen vor dem Aktionstag – über das Thema und wies unter dem Stichwort "Frauen fördern Frauen" auf den BPW Germany hin.
Großseitige Berichterstattungen zum Equal Pay Day fanden sich sowohl in der Welt, der Welt kompakt, der tageszeitung – die taz als auch in der Frankfurter Rundschau und der Financial Times Deutschland. Die Süddeutsche Zeitung griff die Thematik am Aktionstag sowohl in einem größeren Artikel als auch in einem Lexikon-Beitrag zur roten Handtasche auf, dem Symbol des deutschen Equal Pay Day. Nicht zuletzt berichtete die SZ in der Online-Ausgabe ihrer Zeitschrift jetzt.
Magazine wie der Stern und die VDI-Nachrichten berichteten ebenso wie die Unternehmerinnen-Zeitschrift existenzielle über die Hintergründe der Lohnungleichheit in Deutschland und über Aktivitäten zum Equal Pay Day. Cosmopolitan informierte im Web über den Aktionstag und griff im Zuge dessen die Thematik "Gehaltsverhandlungen" in der Juni-Printausgabe auf. Die Brigitte richtete auf ihrem Onlineportal zusätzlich zu einem ausführlichen Beitrag ein eigenes Diskussionsforum zum Equal Pay Day ein.
Vor allem die regionale Berichterstattung war beachtlich. Von der Badischen Zeitung im Süden von Heidrun Wulf-Frick über den Tierschen Volksfreund und die Westdeutsche Allgemeine Zeitung bis zum Weser-Kurier, von der Mittelbayerischen Zeitung über die Lausitzer Rundschau und den Berliner Tagesspiegel bis hin zur Ostsee-Zeitung berichteten deutschlandweit eine große Zahl regionaler Blätter über die Veranstaltungen zum Aktionstag und die dahinter stehende Thematik.
Auch Fernsehen und Hörfunk zeigten großes Interesse an der Einführung des Equal Pay Day in Deutschland. Die rote Tasche war bereits Anfang April in der ARD-Sendung "Menschen bei Maischberger" zu sehen: Talkgast Sabine Asgodom rief zur Teilnahme am Equal Pay Day auf. Zum Aktionstag sendeten zahlreiche Radiostationen Interviews mit BPW-Germany-Präsidentin Dr. Bettina Schleicher, darunter NDR 1, HR 1 Vita und Radio FFH (Beitrag vom 15. April und vom 9. Juni). Der Privatsender RTL nahm sich ebenfalls des Themas an und schickte ein Kamerateam zu einer der Aktionen in die Frankfurter Innenstadt. Das hr-Fernsehen des Hessischen Rundfunks berichtete gleich in mehreren Sendungen. Radio Bremen TV strahlte einen Vier-Minuten-Beitrag im Rahmen seiner Sendung "Buten un Binnen" aus. Zwei Programme des Radio Berlin-Brandenburg – Radio Multikulti und RBB-Kulturradio – informierten ihre Hörerinnen und Hörer ebenfalls ausführlich. Daneben machten eine ganze Reihe regionaler und lokaler Radiosender auf Aktionen vor Ort aufmerksam, darunter Antenne Bayern, Radio Energie, Radio Charivari und das Hochschulradio Aachen.
Auch zahlreiche Online-Medien griffen das Thema auf. Städte wie Frankfurt, Mannheim oder Köln machten auf den Equal Pay Day aufmerksam. Reinhard Mey, der bereits vor Jahren in einem Lied die Lohnungerechtigkeit anprangerte, ließ sich mit roter Tasche ablichten und rief auf seiner Website zur Teilnahme am Aktionstag auf. Im politischen Tagebuch der "Aktion Mensch" erschien ein Gastkommentar von Dr. Bettina Schleicher zum Thema. Das Bundesfamilienministerium informierte sowohl auf seiner Startseite als auch auf dem separaten Portal FrauenMachenKarriere.de über den Equal Pay Day. Und nicht zuletzt berichteten heute und ZDF in ihrem Internetangebot über den Aktionstag am 15. April.
Für die Einführung des Equal Pay Day in Deutschland konnten zudem auch ausländische Medien interessiert werden. So strahlte die BBC einen Beitrag in der Sendung "Europe Today" und die Deutsche Welle World ein Interview in der Nachmittagsshow "Newslink" aus. Die Basler Zeitung wies auf ihrer Titelseite auf den Equal Pay Day hin und veröffentlichte am 18. April einen großformatigen Artikel zum Aktionstag. Die New York Times fragte Informationen zum Equal Pay Day an und plant für den Sommer einen Beitrag zum Thema.
Ein besonderes Ergebnis des Equal Pay Day 2008 war es, dass das Anliegen "Gleiche Bezahlung für gleichwertige Arbeit" quer durch die Parteien, Arbeitnehmervereinigungen und Berufsverbände aufgegriffen wurde und in entsprechende Veröffentlichungen, aber auch politische Aktivitäten mündete.
So gaben vier Ministerien - das Bundesfamilienministerium und die Sozialministerien von Bayern, Hessen und Nordrhein-Westfalen - Pressemitteilungen zum Aktionstag heraus oder informierten auf ihren Internetseiten. Gleich vier Bundestagsfraktionen (CDU/CSU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen, Die Linke) ebenso wie die Bundesparteien von FDP und CDU/CSU, die Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen und die Partei "Die Frauen" wandten sich als Unterstützer des Equal Pay Day und des damit verbundenen Anliegens an die Öffentlichkeit. Verschiedene Bundestagsabgeordnete berichteten auf ihren Internetseiten über ihre Teilnahme an lokalen EPD-Aktionen. Außerdem wurde der Equal Pay Day unter anderem auf Ver.di online, Handwerkermarkt.de und auf der Seite der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) erwähnt.
Besonders hervorzuheben sind ein Antrag an den Deutschen Bundestag von der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen sowie eine Kleine Anfrage im Hessischen Landtag von der dortigen Bündnisgrünen-Fraktion. Nicht zuletzt verabschiedete
die Landesarbeitsgemeinschaft der kommunalen Frauenbeauftragten Rheinland-Pfalz am Equal Pay Day einstimmig eine Resolution zur Unterstützung des Aktionstags.